Du kommst aus der Schule nach Haus‘,
Und ganz genauso sah ich aus,
Wenn ich ganz schlechte Karten hatte.
Du druckst rum, und du windest dich;
Wenn ich so durch die Gegend schlich,
Dann war das meistens wegen Mathe.
Natürlich ist mir das nicht recht,
Nur andrerseits steht es mir schlecht,
Zu zetern, hab‘ ich denn vergessen,
Was ich für Noten heimgebracht
Und Strafarbeiten ich gemacht
Hab‘, und was hab‘ ich nachgesessen.
Und nun fängt alles das noch mal von vorne an.
Ich will dir helfen, wenn ich kann.
Du schreibst, ich seh‘ dir wortlos zu,
Ich saß dort, ganz genau wie du,
Und mußte mich genauso quälen.
Es ist noch gar nicht so lang‘ her,
Da fiel es mir genauso schwer,
3 und 4 zusammenzuzählen.
„Schlaf nicht ein, streng dich doch mal an!“,
Ich hör‘ mich selbst und denk‘ daran:
Was macht es schon in einem Leben,
Ob man „Vater“ mit zwei „t“ schreibt,
Bei 10 durch 2 was übrigbleibt
Und wieviel 2 x 4 ergeben.
Ich kenne diesen fernen Blick,
Das stille Gähnen, jeden Trick,
Hellwach und strebsam auszusehen
Und dabei, in Gedanken weit
Fort, auf den Traumflügeln der Zeit,
Manch‘ Abenteuer zu bestehen.
„Sag‘ mal, wo bist du eigentlich?
Hör auf zu träumen!“, das sag‘ ich,
Der schlief bis zum Pausengeläute.
Hatt‘ ich die schönsten Träume nicht
Immer im Englischunterricht,
Sind sie nicht all mein Reichtum heute?!
Es ist, als würd‘ ich draußen steh‘n,
Uns beide durch ein Fenster seh‘n,
Hör‘ meine Stimme aus der Ferne,
Als ob ich selbst zur Schule geh‘
Und noch einmal das ABC,
Das 1 x 1 mühevoll lerne.
Und ich seh‘ mich beim Bleistiftkau‘n
Abwesend aus dem Fenster schau‘n,
Von nun an kenn‘ ich beide Seiten.
Ich würde gern auf deiner steh‘n,
Alles nicht so verkniffen seh‘n
Und dich ein Stück des Wegs begleiten.