Ich wollte immer mal nach Barbados

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Es prasselt der Regen, ein endloser Stau,
Dem Urlaub entgegen, mal raus aus dem Grau,
Mit Koffern und Tüten und Eimern bis unter das Dach.
Ein Hupen und Drängeln, die Kinder woll‘n raus.
Sie zanken und quengeln nun schon seit zu Haus.
Du fragst, wer das Plätteisen abgestellt hat, ich werd‘ schwach:

Ich wollte immer mal nach Barbados,
Tequila, Ron y Cocosnos,
Calypso, Kaktus, Sonnenbrand,
Bananas, bis das Ränzle spannt.
Ich wollte immer mal nach Barbados,
Doch bis Ostfriesland komm‘ ich bloß.
Statt Rum zu trinken, häng‘ ich halt rum
Im Friesennerz auf Baltrum.

Todmüde gelandet im Urlaubsquartier
Und wieder gestrandet. Das also ist hier
Das schmucke Apartment, ein düsterer, naßkalter Schlund.
Dies reudige Zimmer, vier Wochen, jawohl,
Das ist ja noch schlimmer als einst bei Frau Pohl.
Die Kinder krakeelen, du schluchzt, ich hab‘ Schaum vor dem Mund.

Kurtaxe bezahlen und Strandkorbgebühr,
Lauter Kannibalen und Strandräuber hier.
Mit Schaufeln und Eimern geht‘s voller Erwartung ans Meer.
Aber auch hier reingefallen, das Meer ist grad‘ weg,
Oder es gibt Quallen oder Schlamm oder Dreck,
Ist Baden verboten, ist Sturm und der Strand voller Teer.
Vier naßkalte Wochen, wir sind klamm und steif,
Der Wille gebrochen, total urlaubsreif.
„Ein prächtiger Sommer!“, gluckst die Wirtin, und wir nicken stumm.
„So schöne Quartiere wie uns‘re sind rar!“,
Also reserviere ich für nächstes Jahr
So wie jedes Jahr, und ich werd‘ nie begreifen, warum.