Fast ein Liebeslied

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Ich wollte dir ein Liebeslied schreiben,
Eines, das nur von Dir erzählt,
In dem nicht die „Triebe“ die „Liebe“ vertrieben
Und das nicht unter die „Schnulzen“ fällt.
Es sollte Dir einfach: „Ich liebe Dich“ sagen,
Mit ein paar Worten und Tönen dazu.
Doch ist‘s gar nicht so einfach, es einfach zu sagen,
Mir fehlen ganz einfach die Worte dazu.

Ich wollte Dir ein Liebeslied schenken,
So wie man einen Strauß Blumen verschenkt.
Ich wollt‘ tausend Bilder für Dich erdenken,
Und hab‘ meine Liebe in Reime gezwängt.
Ich habe gegrübelt in langen Stunden,
Hab‘ Bogen und Blätter mit Zeilen gefüllt.
Und hab‘ sie nicht neu genug für dich gefunden,
Enttäuscht hab‘ ich sie zerrissen – zerknüllt.

Man hat mich gelehrt Probleme zu nennen,
Und wie man heiße Eisen anfaßt
Und losläßt, ohne sich dran zu verbrennen,
So wie es einem gerade paßt.
Ich habe gelernt, gescheit zu erzählen,
Mit feinen Leuten um Mitternacht.
Für jeden das richt‘ge Klischee auszuwählen
Und zu tun, als hätt‘ ich es selber erdacht.

Hab‘ Lieder von weltbewegenden Dingen,
Nur, das, was mir am nächsten liegt,
Ganz einfach: „Ich liebe Dich“ zu singen,
Das hab‘ ich bis heut‘ noch nicht fertiggekriegt.